Servus,
ich bin Anja, 29 Jahre alt,
aufgewachsen im Herzen Frankens,
5 Jahre studiert in der Dreiflüssestadt Passau,
seit 2017 wohnhaft in der bayerischen Landeshauptstadt.

 

Seit 2012 widme ich mich der Lomographie und fotografiere in meiner Freizeit mit einer alten LOMO LC-A+. Es ist eine tolle Abwechslung zur vollkommen berechenbaren digitalen Fotografie. Die analoge Fotografie überrascht – und die Kombination aus LOMO-Kamera und abgelaufenen Filmen oder anderen analogen Manipulationen erzeugt Wirklichkeiten, die verzaubern. Mein Motto: Analoger Farbrausch!

 

 

Wie ich zur Lomographie kam


Auf die Lomographie wurde ich im Sommer 2012 durch Prof. Dr. Martin Nies aufmerksam, Dozent an der Universität Passau. Im Rahmen des Seminars "Fotografie: Geschichte - Analyse - intermediale Konzepte" fiel das Wort auf die Lomographie. Präsentiert und besprochen wurden einige Lomographien, um einen Eindruck von der typischen LOMO-Ästhetik zu bekommen. Sie haben mich damals mit ihrer Farbigkeit und speziellen Bildatmosphäre so fasziniert, dass ich mir sofort ein "historisches" Exemplar der LOMO LC-A+ bei Ebay ersteigert habe: ein vollkommen intaktes Original aus dem Jahr 1987.

 

 

Meine Erfahrungen


Die Filmentwicklung stellte sich als durchaus schwierig heraus, auch wenn es sich um den Standard-35mm-Film handelt. Es kam zu einer Odyssee durch die Passauer Fotofachgeschäfte. In erster Linie ging es um die Scan-Qualität, denn ich wollte die entwickelten Filme digital in guter bis sehr guter Qualität. Schließlich habe ich meine Läden gefunden und erkannt: Man muss nur wissen, wonach man fragen muss.

Genau daran anknüpfend bestehe ich stets darauf, sämtliche digitalen Nachbearbeitungen seitens des Scanners zu unterlassen. Auch von meiner Seite finden keinerlei Bearbeitungen statt.

Der gute 35 mm Film: Nach langem Ausprobieren zwischen verschiedenen ISOs und Herstellern, Farbigkeiten und Schwarzweiß-Versuchen habe ich meinen absoluten Lieblingsfilm gefunden: einen abgelaufenen (d. h. das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten) Imation Color - perfekt für die Lomographie. Und den kaufe ich natürlich nur beim Händler meines Vertrauens: Photo Lang in Passau. Leider gibt es diese Filme mittlerweile nicht mehr. Ich scheine die letzten Kontingente in Deutschland aufgekauft zu haben...

 

 

Warum gerade die Lomographie?


Ganz einfach: Mit meiner LOMO kann ich fotografieren, wann, was und wo ich will. Völlig frei und ungezwungen. Ich knipse einfach, drehe das Rädchen weiter, bis es knackt, und dann wartet schon das nächste Motiv auf mich! Außerdem liebe ich die Spannung und das Überraschungsmoment, wenn ich die Ergebnisse zum ersten Mal sichten darf. Je mehr Erfahrungen ich gemacht habe, desto zufriedener wurde ich. Ich liebe Überraschungen - und die sind bei der Lomographie vorprogrammiert!

 

 

Die zehn goldenen Regeln


Normalerweise halte ich nichts von irgendwelchen fotografietheoretischen Regeln für den Alltagsgebrauch, für die fotografische Freizeitbeschäftigung. Aber auch ich habe, bevor ich anfing zu knipsen, natürlich zur Lomographie recherchiert und bin sowohl im Netz als auch im Seminar von Martin Nies auf diese offensichtlich etablierten "Zehn goldenen Regeln" gestoßen, wie sie auf lomography.com und lomo.de präsentiert werden. Ich möchte sie nicht kopieren, sondern nach meinen Erfahrungen umwandeln.

  1. "Nimm Deine Lomo überallhin mit."
    - Lass sie dein Begleiter sein!
  2. "Verwende sie zu jeder Tages- und Nachtzeit."
    - Je nach Film kann ich die Nacht mit ihren grellen Lichtern wärmstens empfehlen. Ich bevorzuge den Tag mit strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel.
  3. "Lomographieren ist nicht Unterbrechung Deines Alltags, sondern ein versteckter bzw. inszenierter Teil desselben."
    - Entschuldigung, aber diesen Punkt finde ich total doof.
  4. "Nähere Dich den Objekten Deiner fotografischen Begierde so weit wie möglich."
    - Unter 80 cm solltest du allerdings vermeiden, weil zumindest meine LOMO das einfach nicht packt. Außer du stehst auf Unschärfe!
  5. "Don't think (William Firebrace)."
  6. "Sei schnell!"
    - Manchmal kann es aber auch toll sein, wenn das, was du fotografierst, schneller ist als du. Hier verweise ich liebend gerne auf meine Lomographien von der Maidult in Passau.
  7. "Du mußt nicht im Vorhinein wissen, was auf Deinem Film drauf ist."
    - Das wirst du auch selten wissen, außer du hast ein fotografisches Gedächtnis!
  8. "Im Nachhinein auch nicht." wäre die Regel Nr. 8, das macht aber wenig Sinn. Was wohl damit gemeint ist? Vielleicht, dass manche Bilder aus manchmal unerfindlichen Gründen einfach nichts werden? Das kann ich leider bestätigen. Aber wenn man eh vergessen hat, was fotografiert wurde, ist das halb so wild.
  9. "Übe den Schuß aus der Häfte."
    - Und versuche, dich nicht immer auf den Sucher zu fixieren. Du kannst die Kamera zum Beispiel einfach mal in die Höhe halten und in die Menge fotografieren. Alles ist möglich!
  10. "Kümmere Dich nicht um irgendwelche (goldenen) Regeln."

Regel Nr. 10 entkräfigt alles, was vorher als vermeintliche Regel aufgestellt wurde. Überraschung! Daher sind die "Zehn goldenen Regeln" als Tipps und Gedankenanstöße zu sehen. Außerdem vertrete ich die Überzeugung, dass jeder seine eigenen Erfahrungen machen muss. EINFACH NICHT NACHDENKEN! Für mich ist das Fotografieren mit meiner LOMO die pure Entspannung und Spontanität.

 


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